Botswana 2013 – Victoria Falls und das Hippo im Garten

Pünktlich um 7:30 fängt das Handy an zu klingeln. Aufstehen ist angesagt. Es war eine sehr erholsame Nacht im Aviator Hotel. Ich dusche schnell und packe dann schon mal meine Tasche. Wenig später geht es dann zum Frühstück, geht doch um 9:00 schon der Bus zum Flughafen. Wir treffen uns im Restaurant und bestellen alle Spiegeleier.

Das Frühstück schmeckt sehr lecker und der Kaffee am Morgen tut gut. Der Speck ist wie immer in Hotels nicht so lecker. Ein schlabbriges Zeug. Nach dem Frühstück holen wir unsere Sachen und warten in der Lobby des Hotels auf den Bus.

Dieser kommt sehr pünktlich und dann geht es zum Flughafen. Dort angekommen checken wir ganz gemütlich ein und haben noch 30 Minuten Zeit bis es losgehen soll nach Victoria Falls. Endlich geht der Urlaub los! Denkste… Der Flug sollte um 11:25 losgehen. Wir warten und warten. Langsam fragen wir uns was los ist. Es ist mittlerweile 12:30 und noch tut sich nichts am Gate. Geschlagene 30 Minuten später endlich die Durchsage „Ready for boarding“. Wird langsam auch Zeit. Das Flugzeug hat eine Aussenposition und so heisst es wieder Bus fahren. Im Flieger erfahren wir dann dass es technische Probleme gab und vorher noch einige Teile ausgetauscht werden mussten. Das habe ich dann auch live mitbekommen. Techniker die Kartons „sehr vorsichtig“ aufgemacht und irgendwelche Platinen ins Flugzeug gebracht haben. Ein Fensterplatz hat manchmal auch keine Vorteile! 🙂 Nun heben wir endlich ab in Richtung Victoria Falls in Zimbabwe.

 

Nach 2 Stunden Flug heisst es dann fertig machen zum Landen. Als wir aus dem Flieger aussteigen bekommen wir erst mal einen Schock wegen der Hitze. Gefühlte 39°C. Die Einreiseformulare nach Zimbabwe haben wir bereits im Flieger ausgefüllt und reihen uns in die Schlange der anderen Touristen ein. Während wir warten wird nach und nach das Gepäck ausgeladen und in der Eingangshalle deponiert. Eigentlich ist es nur ein grosser Raum wo die Taschen und Koffer wahllos durcheinander hingelegt werden. Ich muss über einige Koffer steigen um an unsere Taschen zu kommen. Zumindest finde ich sie schnell denn es gibt viele andere, die mit einem grossen Fragezeichen über dem Kopf vor dem Berg von Gepäck stehen. Anscheinend haben sie sich wohl nicht gemerkt wie ihr Koffer aussieht. Tja selbst schuld.

 

Wir gehen in den Hauptbereich des doch recht kleinen Flughafens. Dort wartet schon ein Mitarbeiter von Wild Horizons auf uns. Wir müssten noch auf ein paar andere Gäste warten teilt er uns in einem guten Englisch mit. Wir warten kurz und ich nutze die Chance eine zu rauchen. Kaum fertig kommt die ganze Gruppe schon nach draussen und wir laden das Gepäck in den Anhänger, der hinter dem kleinen Bus hängt. Erinnert mich irgendwie sehr an Hummeldumm. Es fehlt nur noch die Giraffe auf dem Dach. Bis zur Ilala Lodge sind es 20 Minuten Fahrt. Der erste Eindruck ist sehr positiv.

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Wir werden herzlich empfangen und bekommen kalte Handtücher sowie einen Drink als Begrüssung. Gebucht haben wir hier nur die Übernachtung sowie Frühstück. Unser Gepäck wird von einem Mitarbeiter auf die von uns angefragten Zimmer gebracht. Auf Grund einer Empfehlung wollten wir gerne Zimmer 28 oder daneben haben. Es hat auch geklappt. Elli und Rainer nehmen 28, Christian und ich die 27. Wir packen unsere Sachen aus und inspizieren unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. Ich finde das Zimmer 27 definitiv den besseren Ausblick auf die Fälle bzw. deren Schwaden hat.

 

Nachdem wir uns eingerichtet haben wollen wir noch einen Ausflug in den Ort machen und uns umsehen. In der Nähe der Lodge liegt der Elephant Walk, ein Einkaufszentrum für Touristen. Das bekommen wir auch schnell zu spüren. An jeder Ecke warten die Verkäufer, die uns ansprechen und uns Holzschnitzereien, Stoffe und vieles mehr verkaufen wollen. Wir lehnen dankend ab und schauen uns um. Viel ist nicht los, da wir ja nicht in der Hauptsaison unterwegs sind. Danach gehen wir noch Richtung Victoria Falls Center. Dieses „Einkaufszentrum“ wirkt aber auf uns nicht sehr einladend und so gehen wir nach einem kurzen Stopp in der Touristen Information wieder zurück zur Lodge. Die Geschäfte haben auch schon geschlossen aber ich plane mir morgen noch einen Hut zu kaufen, da die Sonne nicht zu unterschätzen ist.

 

Nach einem sehr leckerem aber teurem Abendessen im hauseigenen Restaurant gehen wir auf die Zimmer. Es ist ganz schön bewölkt und am Himmel zucken die Blitze. Wenn das mal kein Gewitter gibt. Ich schaue mit Christian noch ein wenig TV und dann heisst es gute Nacht, da wir ja morgen zu dem berühmten Vitoriafällen wollen. In der Nacht gibt es dann bei gefühlten 28°C wirklich Gewitter und ich werde hin und wieder wach durch den Donner. Zum Glück haben wir noch eine Klimaanlage. Willkommen im Frühling in Afrika!

 

Am nächsten Morgen geht es dann nach einem leckeren Frühstück um 10:00 los zu den Victoriafällen. Was uns gleich auffällt ist der Lärm der Helikopter, die ihre Rundflüge über die Fälle machen. Etwas störend ist das schon. Ich packe meinen Rucksack und nehme auch den Slider mit. Vielleicht findet sich ja ein Platz ihn aufzustellen. Die Ilala Lodge ist ca. 10 Minuten Fussweg vom Haupteingang der Fälle entfernt. Der Weg kommt mir aber länger vor und ich gerate durch die Ausrüstung mächtig ins Schwitzen. Unterwegs werden wir schon von den ersten Verkäufern angesprochen, die hoffen dass wir ihnen etwas abkaufen. Wir kommen also an den Fällen an und was wir sofort sehen ist das die Preise teurer geworden sind. In den Reiseführern heisst es 25$ pro Person was aber anscheinend nicht mehr aktuell ist, da es jetzt 30$ kostet. Gut dann halt mit Visa bezahlen, wenn denn mal der Automat gehen würde… Wir kratzen alles Bargeld zusammen was wir haben und es reicht gerad so.

 

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Der Blick auf die Fälle ist beeindruckend und das obwohl sie zu dieser Jahreszeit wenig Wasser führen. Durch die ganzen Schwaden ist es ziemlich schwül und unangenehm heiss. Wir gehen weiter entlang der Fälle und halten an fast jedem Aussichtspunkt. Einige sparen wir uns da es dort einfach zu nass ist und ich nicht riskieren möchte das jetzt schon was von der Fotoausrüstung kaputt geht.

 

Man kommt sich vor wie im Urwald. Überall grüne Vegetation und die Affen sitzen in den Bäumen und lauern auf unvorsichtige Touristen um ihnen etwas zu stibitzen. Nach und nach sehen wir weniger Wasser bis es letztendlich nur noch ein kleiner Fluss in der Schlucht zu erkennen ist. Am Rande dieses Flusses liegen einige Wildwasserboote. Elli und Rainer wollen noch Richtung Brücke gehen wo man den Bungeespringern zuschauen kann. Christian und ich bleiben hier und ich baue den Slider auf. Nachdem die Aufnahmen im Kasten sind gehen wir zurück zu einem anderen Spot den ich vorher gesehen habe. Mittlerweile ist es 15:00 und wir machen uns langsam auf den Heimweg. Schweiss gebadet kommen wir wieder in der Lodge an und entspannen erst mal ein wenig. Auch in der Lodge gibt es Affen, die ziemlich frech sind aber schnell von dem Personal wieder vertrieben werden.

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Jetzt macht auch die Bitte Sinn das man nichts auf der Terrasse liegen lassen und die Türen geschlossen halten soll. Ich habe mich ordentlich verbrannt also gehe ich vor dem Abendessen noch schnell einkaufen. Ein Hut muss her. Elli begleitet mich. Auf dem Rückweg sehen wir ein gemütlich anmutendes Restaurant. Lola´s Tapas Bar. Hier wollen wir nachher essen.

 

Gesagt getan geht es dann um 18:00 dorthin. Die Bar macht einen sehr gemütlichen Eindruck und wir bestellen gemischte Tapas und Getränke. Wir sitzen noch keine 15 Minuten als plötzlich ein Band ihre Trommeln aufbaut und anfängt live Musik zu machen. Ich finde es immer wieder bemerkenswert was die Afrikaner für Stimmen und für einen Groove haben.

Rainer hat natürlich seine Kamera nicht dabei und geht schnellen Fusses zurück ins Hotel um sie zu holen. Na hoffentlich spielen die länger denke ich mir. Er schafft es aber und macht einige Videoaufnahmen. Nach dem sehr leckeren Essen stellen wir fest das man hier nur bar zahlen kann. Da ich heute die Rechnung übernehme und nicht genug Dollar dabei habe zahle ich den Rest in Euro. Insgesamt 73$ für mehr als genug leckeres Essen und Getränken. Das passt!

 

Als wir wieder im Hotel ankommen drängen sich die anderen Gäste am Rand des Gartens. Was ist denn da los? Wir gehen ebenfalls dort hin und sehen… ein Flusspferd. Es grast ganz gemütlich im unteren Teil des Hotels und lässt sich von dem Blitzlichtgewitter nicht stören. Ich hole meine Kamera und versuche ebenfalls ein paar schöne Aufnahmen zu machen aber das misslingt, da ich keinen Blitz benutzen will.

 

Man sollte die Tiere nicht unnötig stören und ich würde nie auf die Idee kommen einen Blitz zu benutzen. Jeder wie er mag… Offensichtlich sieht das Hippo es ähnlich und verdrückt sich nach ein paar Minuten in den Busch. Das Hotel liegt direkt an einem Nationalpark und teilweise sollen sogar Elefanten vor dem Hotel rumlaufen. Wir gehen auf unsere Zimmer und auch bald schlafen. Heute Abend gibt es kein Gewitter aber es ist ziemlich bewölkt. Morgen müssen wir dann etwas früher aufstehen um den Transfer in die Kubu Lodge und nach Botswana nicht zu verpassen.

 

Bis zum nächsten Mal und weiterhin viel Spass beim Lesen!


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