Botswana 2013- Starkregen, Nightdrive und wieder Wildhunde

Nach einem sehr leckeren Frühstück werden wir von allen Angestellten herzlich verabschiedet. Die Savute Safari Lodge war bisher mit Abstand am Schönsten und der Abschied fällt uns schwer. Als wir am Airstrip ankommen wartet schon die kleine Cessna GA8 und ihr Pilot Martin auf uns. Er gibt uns ein kurzes Briefing wo die Notausgänge sind und das wir uns doch bitte anschnallen sollen – Bei 2 Türen zu erklären wo man im Notfall raus muss halte ich immer noch für sinn frei – Wir geniessen während das 20 minütigen Flugs den Ausblick auf Botswana und man merkt deutlich wie sich die Landschaft verändert. Es wird nach und nach grüner und man sieht auch die ersten Ausläufer des Okavango Deltas. Mwamo unser Guide für die nächsten Tage wartet schon am Landeplatz auf uns. Kurz vor dem Camp sehen wir wie ein Affe einen frischen Kill macht. Er hat es irgendwie hin bekommen einen Vogel zu erwischen und sitzt nun gemütlich am Boden und rupft den armen Kerl. Guten Hunger!

 

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Das Khwai Tented Camp besteht aus 6 kleinen Zelten sowie einem Familienhaus und dem Haupthaus. Letzteres ist ebenfalls ein Zelt. Seit einigen Jahren liegt das ehemals mobile Camp an einer Lagune, die in den Chobe mündet. Wie wir unschwer erkennen sind wir wohl zu früh hier denn die Lagune führt kein Wasser und erinnert eher an einen Acker. Anhand der weissen Ringe an den Bäumen lässt sich aber erahnen das hier auch mal Wasser ist und wie wir erfahren reicht es in guten Zeiten bis an die Zelte. Nach einer kurzen Einweisung und den obligatorischen Getränken beziehen wir die Zelte. Klein aber gemütlich. Strom gibt es auch aber keine Steckdosen. Akkus können nur im Hauptzelt geladen werden. Als wir alles ausgepackt haben gehen wir zum High Tea da wir natürlich den Nachmittags Gamedrive mitmachen.

 

Wir fahren nicht in den Nationalpark sondern bleiben auf dem Geländer der privaten Konzession auf welcher das Camp liegt. Nachdem wir einige der üblichen Verdächtigen gesichtet haben – Elefanten, Impalas – sehen wir unter einem Baum eine ganze Familie von Löwen liegen. Wir zählen 8 Tiere und beobachten sie eine ganze Zeit. Langsam setzten sie sich in Bewegung und wir fahren vorsichtig hinterher. Nur einer fehlt noch. Das Familienoberhaupt. Also los geht die Jagd denn Mwamo hat hin gesichtet. Er streift durch den Busch und wir hinterher. Da wir ja in einer privaten Konzession sind, sind wir auch nicht auf die Wege angewiesen und so muss das Auto einiges aushalten denn die kleinen Mopane Büsche kratzen ganz schön am Unterboden als wir über sie hinweg fahren. Mwamo lauscht einem Funkspruch der aus dem Lautsprecher quäkt. Wir fahren wieder zurück und kommen schliesslich an den Khwai River wo sich die ganze Familie versammelt hat.

 

d71_1667 Leider sind wir nicht die ersten und es ist schwer einen ordentlichen Platz zu finden. Insgesamt stehen ca 6 Autos um die ganze Gruppe von Löwen und es ist schwer ein Foto zu machen auf dem keine Reifen zu sehen sind. Nach 30 Minuten geht es dann weiter zu einem grossen Wasserloch und dem geplanten Sundowner. Dort treiben sich aber eine Menge Wasserbüffel rum und wir bekommen wieder einen Funkspruch. Ein Leopard mit frischem Kill wurde in der Nähe gesichtet.

Das frische Impala hängt schon im Baum und der Leopard liegt in einiger Entfernung und weiss wohl nicht so recht was er mit den 3 Safariwagen anfangen soll. Wir wollen das Tier nicht weiter stören und machen uns auf zum Sundowner, der irgendwo im nirgendwo stattfindet. Mittlerweile ist es schon fast komplett dunkel und wir stehen irgendwo im Busch, trinken unseren Gintonic und beobachten so gut es geht die Elefanten, die seelenruhig keine 20 Meter von uns am Grasen sind.

Das sind genau die Momente, die Afrika aus machen!

Auf dem Rückweg müssen wir dann doch nochmal anhalten denn ein Rudel Hyänen tummelt sich am Wegesrand. Die Tiere sind doch ganz schön gross aber schön und wir beobachten sie eine Weile bis es langsam Zeit zum Essen wird. Morgen klingelt der Wecker um 5:30 da wir in den Moremi Nationalpark wollen um dort die Wildhunde zu suchen.

 

Früh am Morgen heisst es aufstehen und ein kurzes Frühstück geniessen. Wir willen heute die Wildhunde finden die sich im Park rumtreiben. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir wieder ein paar entfernte Punkte in der Landschaft. Mwamo kann sie klar als Wildhunde identifizieren. Das ging aber schnell. Er gibt Gas und nach einigen Minuten über die Tiefsandstrassen erreichen wir sie. Ein ganzes Rudel liegt mitten auf dem Weg und entspannt in der morgendlichen Sonne. Anscheinend haben sie heute Nacht erfolgreich gejagt denn das Fell ist teilweise noch blutverschmiert.

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Nach 20 Minuten verdrücken sich die Tiere in den Busch und wir fahren weiter vorbei an Krokodilen, Elefanten, Flusspferden zu unserem Kaffeestop. Der Kaffee ist nicht ganz so lecker aber die Aussicht und die Farben am Morgen sind traumhaft. Am Parkausgang stellen wir dann fest das wir einen Platten haben doch zum Glück hat ein anderes Auto einen Kompressor mit dabei und wir hoffen das es bis zurück ins Camp reicht. Leider falsch gehofft denn ein paar hundert Meter vor dem Camp ist Feierabend. Wir lassen also das Auto zurück und gehen zu Fuss zurück ins Camp.

 

Nach einigen Stunden entspannen geht es am Nachmittag dann auf Mokorotour. Mokoros sind die Einbaumboote der Eingeborenen. Früher wurden sie aus 150 Jahre alten Bäumen gefertigt aber da dies nicht gut für die Umwelt ist sind die Touristenboote aus Fieberglas. Ein aus Holz gefertigtes Boot hält maximal 5 Jahre, eins aus Fieberglas 30! Ich finde das ist eine gute Entscheidung um die Natur zu schonen. Die Boote sind sehr wackelig aber wenn man eine gute Position gefunden hat ist es Entspannung pur. Unterwegs kommen wir an einem sogenannten Hippopool vorbei. dies sind Bereiche in denen sich die Flusspferde gerne aufhalten. Ich erwische sogar eins der beiden mit aufgerissenem Maul aber dann fahren wir weiter, da die Tiere sich offensichtlich von uns gestört fühlen. Mit einem Flusspferd wollen wir uns dann doch nicht anlegen.

d71_1840 Wir geniessen auf dem Rückweg noch einen Gintonic und langsam fängt es an zu Regnen. Der Regen entwickelt sich zu einem richtigen Schauer und wir wickeln uns in die Ponchos. Ich finde es bemerkenswert das Mwamo den Weg zurück ins Camp findet da man fast nichts mehr sehen kann und die Landschaft ganz schnell eher an ein Moor erinnert als an Buschland. Für den morgigen Tag haben wir fast alles abgesagt da wir eine Pause machen möchten. Allerdings werden Rainer, Christian und ich den Nightdrive mitmachen.

 

Am nächsten Morgen stehen wir entspannt recht spät auf und geniessen das Frühstück alleine. Die anderen Gäste sind noch unterwegs und so versuchen wir unser Glück und bestellen endlich mal wieder Spiegelei mit Speck. Kein Problem für die Angestellten. Den Vormittagg über verbringen wir in den Zelten und ich kämpfe weiter mit der Steuerung meines Sliders. Eins steht fest: In Deutschland wird der emotimo gekauft. Es ist wieder brütend warm mit gefühlten 37°C. Am Nachmittag gehen wir zum Hightea und gönnen uns einen Kaffee und leckeren Kuchen. Ich frage mich wie die das hier alles zaubern können. Als es langsam dunkel wird gehen wir zum Hauptzelt und wollen einen Gintonic trinken. Leider klappt das nicht, da alle Flaschen unterwegs sind, nein nicht die Gäste sondern das Getränk! Das Windhoek Lager schmeckt aber auch gut und nebenbei beobachten wir wie das Lagerfeuer angemacht wird. Zu unserem Entsetzen wird es nicht mit Stroh oder Papier entzündet sondern mit Plastikmüll. Das kann ich gar nicht verstehen…. Laut Aussage des Angestellten ist das besser da Stroh Funkenflug entwickelt und wir ja mitten im Busch sind. Und Plastik ist gesünder ja? – denke ich mir.  Vielleicht sollte er mal in dem örtlichen Shoppingcenter nachfragen ob die nicht Grillanzünder haben.

 

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Als wir mit dem etwas spärlichen Abendessen fertig sind geht es los auf den Nightdrive. Gleich am Anfang rammen wir fast ein Flusspferd, das gemütlich in der Nacht am Grasen ist. In der Ferne blitzen die Augen der Bushbabys aber leider bekommen wir keins zu Gesicht. Hier und da Hüpfen ein paar Känguruhmäuse durch die Nacht und eine African Wildcat schleicht durchs Dickicht. Leider sind diese Katzen sehr scheu daher versteckt sie sich ganz schnell als sie die Scheinwerfer sieht. Wir fahren weiter durch die Nacht und Treffen plötzlich auf ein Rudel Löwen die halb schlafend auf dem Weg liegen.

In der Ferne hört man Büffel grunzen. Wir stellen nach gefühlten 60 Minuten fest das hier wohl heute nichts mehr passiert und fahren langsam zurück ins Camp in der Hoffnung noch ein paar Tiere zu sehen. Leider tritt dies nicht ein und so kommen wir dann irgendwann ins Camp wo schon fast alle am Schlafen sind. Morgen werden wir wieder entspannt frühstücken und dann geht es zu meinem persönlichen Highlight der Tour, dem PomPom Camp, das mitten im Okavango Delta liegt.

 

Das Khwai Tented Camp hat durchaus einen gewissen Charme und wer es etwas rustikaler mag ist hier perfekt aufgehoben. Noch schöner wäre es gewesen wenn die Lagune Wasser geführt hätte denn dann sieht man bestimmt auch direkt vor den Zelt mal ein paar Tiere. Als Guide kann ich jedem Gast nur Mwamo wärmstens empfehlen. Er hat einen super Blick, ist sehr freundlich und immer für einen Scherz zu haben.

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