Seychellen 2014 – Teil 1: Praslin

Kein halbes Jahr ist vergangen, da packt mich schon wieder das Fernweh. Weg aus dem nasskalten Deutschland und auf in die Sonne. Nur wohin…? Natürlich wieder Afrika aber diesmal nicht auf das Festland.

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Die Entscheidung fällt auf die Seychellen, ein Inselstaat vor der afrikanischen Ostküste mitten im indischen Ozean. Sie bestehen aus ca. 115 Granit- und Koralleninseln und unterteilen sich in zwei Inselgruppen. Die inner und die outer Islands.

Nach einigen Recherchen im Internet werden es die drei populärsten Inseln und zwar Mahé, die Hauptinsel sowie Praslin und La Digue. Vor allem La Digue ist sehr bekannt durch seine Traumstrände an denen schon viele Werbespots gedreht wurden.

Meine Eltern sind auch wieder mit von der Partie und so beginnt die Suche nach Unterkünften. Dabei stossen wir auf die Internetseite von Seyvillas ( www.seyvillas.com ).

 

Unserer Vorgaben sind klar. Unterkunft ohne Selbstversorgung sowie eine Lage direkt am Strand und zwei Schlafzimmern. Dazu kommt noch mein Wunsch möglichst an der Ost- oder Südküste liegende Unterkünfte zu nehmen damit ich die Milchstrasse auf die Speicherkarten bannen kann.

 

Schnell sind ein paar sehr schöne Unterkünfte gefunden welche dann auch sofort bei Seyvillas angefragt werden. Vieles ist so kurzfristig leider ausgebucht aber trotzdem sind sehr schöne Lodges mit dabei.

Auf Praslin unserem ersten Stop wird es das Iles des Palmes. Hier müssen wir uns allerdings selber um das Frühstück kümmern, da das Restaurant noch keine Lizenz hat und somit geschlossen ist.

Le Surmer Chalets auf La Digue liegt zwar nicht im Osten der Insel aber dafür soll man dort einen wundervollen Sonnenuntergang sehen können. Hier gibt es für einen kleinen Obolus auf Wunsch auch ein Frühstück.

Auf der letzten Insel, auf Mahé, wird es dann das Guesthouse Fleur de Sel, welches laut Seyvillas ein Frühstück anbietet.

 

Nachdem nun die Unterkünfte klar sind geht es an die Flugbuchung. Zuerst geht es von Hannover nach Frankfurt mit Lufthansa. Von dort aus mit Etihad über Abu Dhabi nach Mahé und anschliessend mit Air Seychelles nach Praslin. Zwischen Mahé und Praslin gibt es auch eine Fähre aber diese werden wir erst auf der Rückfahrt nehmen.

Als alles gebucht und geplant ist geht das Warten los doch schnell vergehen die Wochen und der 25.03 rückt immer näher. Ein wenig Nervös bin ich schon, da ich diesmal noch mehr Fotoausrüstung mitnehmen werde und mein Rucksack die Handgepäckabmessungen überschreitet. No Risk no fun! Verzichten kann ich auf nichts, habe ich es doch so geplant, dass der Urlaub genau in eine Neumondphase fällt.

 

Da der Flieger erst abends geht packe ich ganz entspannt meine Sachen ein und dann geht es zum Flughafen Hannover. Dort angekommen möchten wir gerne das ganze Gepäck bis nach Mahé durchchecken was aber leider nicht möglich ist. Also heisst es dann in Frankfurt Gepäck abholen und bei Etihad neu aufgeben.

Der Flug nach Frankfurt ist wie gewohnt sehr kurz und so kommen wir pünktlich an. Wir müssen einige Zeit auf unser Gepäck warten und dann noch mit dem Skytrain zu einem anderen Terminal. Dort wartet schon ein nervöser Mitarbeiter und fragt uns ob wie Familie Alles sind. Wie wir erfahren sind wir die letzten und „alles“ wartet nur noch auf uns. Kein Wunder, dass er etwas ungehalten ist. Wie checken ein und machen uns auf den Weg zum Gate. Schock! Hier wird das Handgepäck gewogen. Nun gut denke ich. Als mein Rucksack auf die Wage kommt stehen dort 11,5 kg, was eindeutig zuviel ist. Der Mitarbeiter fragt „Notebook?“, ich antworte „Ja“ und alles ist gut. Noch mal Glück gehabt.

Die Maschine nach Abu Dhabi ist sehr leer und so habe ich eine ganze Reihe für mich. Trotz dieser Tatsache schlafe ich nicht wirklich gut und wache immer wieder auf. Am frühen Morgen nach 6 Stunden Flug landet die Maschine dann und es geht weiter zum Anschlussflug nach Mahé. Dieser wir dann noch mal 5 Stunden betragen. Auf dem Weg zum Gate statten wir uns noch mit Gin und Zigaretten aus. Nun sind wir bald endlich am Ziel und der Flug vergeht recht schnell.

Als ich aus dem Flieger aussteige bin ich froh meine zipp-off Hose angezogen zu haben denn bei einer Luftfeuchtigkeit von 90% und gefühlten 35°C wäre das mit einer Jeans nicht auszuhalten.

 

In drei Stunden soll es nun weiter nach Praslin gehen und so holen wir gemütlich unsere Koffer und gehen in den Bereich für nationale Flüge. Am Schalter angekommen teilt uns die Mitarbeiterin von Air Seychelles mit das wir einen früheren Flieger bekommen und so schon um 14:30 abheben.

Die fünfzehn minütige Flug in der kleinen Maschine bietet einen ersten Eindruck auf die Schönheit der Seychellen. Man sieht die Strände die sich eng an eng an die Küsten der Inseln schmiegen, Segelboote, die zwischen den Inseln fahren sowie die grünen Berghänge mit ihren Urwäldern.

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Mit dem Taxi geht es vom Flughafen Praslin als erstes zu einem Supermarkt um das Nötigste für das Frühstück einzukaufen. Um 16:30 kommen wir dann im Iles des Palmes an und wir kümmern uns um die Formalitäten um endlich in das Bungalow zu kommen. Die Mitarbeiterin der Lodge führt uns zu einem Bungalow welches leider ganz und gar nicht einladend aussieht.

Der Putz bröckelt ab und im Inneren ist kein Bett gemacht oder aufgeräumt. Sie geht zurück zur Rezeption, überprüft ihre Unterlagen und kommt zurück. „I´m so sorry. It was the wrong house“. Alles andere hätte ich auch nicht akzeptiert.  Das Richtige ist schnell gefunden und sieht um einiges einladender aus.

Nachdem wir alles ausgepackt und uns eingerichtet haben kommt ein Mitarbeiter der Lodge zu uns und stellt sich als „Jeris“ vor. Er wird uns in den Tagen an denen wir keinen Mietwagen haben abends zum Essen bringen und auch wieder abholen. Gesagt getan geht es in einen kleinen Ort wo wir lecker Abendessen im La Piroque.

Am nächsten Morgen nach einem selbstgemachten Frühstück gehe ich erst mal an den Pool und schwimme eine Runde. Das Wasser ist richtig schön erfrischend und ich verbringe den Rest des Tages mit lesen und damit die Atmosphäre zu geniessen. Die Hitze ist schon erträglicher geworden aber immer noch sehr drückend.

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Schwimmen im Meer kann man im Iles des Palmes leider nicht da es an einer sehr flachen Bucht liegt. Überall stehen Palmen dicht an dicht und zwischen den Kokosnüssen laufen die Krebse hin und her auf der Suche nach etwas Essbarem.

Nach einem Gintonic bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Pool fährt uns Jeris zum Le Lauries wo es ein leckeres Buffet gibt. Es gehört zu einem kleinen Hotel und hat dementsprechend hohe Preise. Ich würde hier kein zweites Mal hingehen, soviel steht fest.

Am nächsten Morgen stehe ich recht früh auf und baue zuerst meine Kamera ab, die die ganze Nacht einen Zeitraffer der Milchstrasse aufgenommen hat. Heute bekommen wir auch einen Mietwagen mit dem wir die Ostküste der Insel erkunden und die etlichen Strände abklappern wollen.

Die Strassen sind alles andere gut zu befahren. Rechts und Links geht es ca 1m in die Tiefe und sie sind sehr schmal im Vergleich zu Deutschland. Ein wenig mulmig ist mir schon auf den ersten Kilometern da man sich ja auch an den Linksverkehr gewöhnen muss. Es reiht sich Strand an Strand und immer wieder stoppen wir kurz um einige Fotos zu machen. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert von dieser Schönheit und meine Speicherkarte der Kamera füllt sich stetig.

Als wir um 16:30 wieder zurück in der Lodge sind fängt es gerade an zu Regnen. Diese tropischen Schauer sind unvergleichbar und einmalig. Innerhalb weniger Minuten bilden sich riesige Pfützen und man kann die Pflanzen förmlich beim Trinken hören.

 

Am Abend essen wir in einer kleinen Pizzeria, die sehr gemütlich und das Essen lecker ist. Da einiges über bleibt lassen wir uns den Rest einpacken. Es regnet die ganze Nacht über aber als ich am Morgen aufwache scheint schon wieder die Sonne und brennt erbarmungslos auf mich nieder.

Heute steht der Vallée de Mai auf dem Programm. Er ist ein riesiger Nationalpark in der Mitte von Praslin. Ich packe meinen Fotorucksack mit allem was geht und stelle fest das 23kg doch ganz schön schwer sind… Im Park angekommen entscheiden wir uns für die kleine Runde von 2,3 km. Dort wächst auch die Coco de Mer, eine riesige Palmenfrucht die nur auf Praslin wächst. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt sobald man den Park betreten hat. Überall wachsen meterhohe Plamen und man hört ausser den Zwitschern der Vögeln rein gar nichts. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt kommen uns hin und wieder einige Toursiten entgegen. Der Schweiss läuft runter wie Öl da die Luftfeuchtigkeit hier sehr hoch ist und ich ja auch ein bisschen ( zu viel ) im Rucksack habe. D71_6190 Jede kleine Böe ist eine Erleichterung und der Blick über den Dschungel entschädigt die Strapazen. Sofort baue ich meine Ausrüstung auf und während der nächsten halben Stunde warte ich im Schatten bis die Aufnahmen im Kasten sind.  Der Rückweg zum Eingang geht vorbei an kleinen Bachläufen, die sich durch den Urwald schlängeln.

 

Weiter geht es zur Westküste der Insel um ….. richtig, Strände anzusehen. Dort ganz im Norden liegt auch das berühmte Lemuria Resort und Golfplatz. Der Zutritt ist für Nichtgäste leider verboten als drehen wir um uns suchen uns einen Weg an die Küste. Durch Zufall kommen wir zur Villa de Voyageur bei denen wir auch angefragt aber ausgebucht waren.

Wir schauen vorsichtig über den Zaun als uns eine Frau anspricht, die sich als Dagmar – die Besitzerin – entpuppt. Ich habe ihren Namen mal in einem Forum gelesen wo sie hoch gelobt wurde. Sie führt uns über das Gelände und wir unterhalten uns sehr nett.

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Auf dem Weg zur Lodge kaufen wir noch ein wenig für den Abend ein. Heute gibt es den Rest Pizza und dazu einen Rotwein. Letzterer war ein Fehlkauf da er extrem süss war. Als wir beim Essen sitzen bekommen wir plötzlich Besuch von einem kleinen Kater, der sofort adoptiert wird. Es fängt wieder an zu regnen und so sitze ich noch eine Weile auf der Veranda und lese mit dem extra für den Urlaub gekauften Kindle Paperwhite.

 

Auch zum Frühstück am nächsten Morgen gibt es wieder einen dieser wundervollen, tropischen Schauer. Später reisst dann der Himmel aber auf und es geht zum Pool eine Runde schwimmen. Der Tag verläuft sehr gemütlich und ich besuche die Riesenschildkröten der Lodge. Es sind sehr imposante Tiere die sofort neugierig über den kleinen Zaun schauen und auf etwas Essbares hoffen.

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Nach so viel Aktion den ganzen Tag über geniesse ich den Sonnenuntergang und die letzten Strahlen während ich mich im Pool treiben lasse. Das Wasser hat wie immer gefühlte 28°C und ich stelle mal wieder fest, dass es hier einfach traumhaft ist.

Heute Abend wird Jeris für uns Fisch kochen. Ich bin zwar kein grosser Fischesser aber trotzdem gespannt was er zaubert. Das Essen ist sehr lecker aber ich glaube Jeris kann nicht zählen da es locker für 6 Personen gereicht hätte. „Unser“ Kater ist mit von der Partie und freut sich sichtlich über die kleinen Fischstücke, die vom Tisch „fallen“.

Morgen geht es dann mit der Fähre nach La Digue, einer sehr kleinen Insel mit nur 10 km² Fläche. Dort gibt es ausser ein paar Taxen keine Autos sondern nur Ochsenkarren und Fahrräder. Das wird mit Sicherheit wieder ein ganz neues Erlebnis.

 

Weitere Bilder gibt es in der Galerie.


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