Seychellen 2014 – Teil 2: La Digue

Heute heisst es Abschied nehmen von Praslin denn es geht weiter auf die nur 15 Minuten entfernte Insel La Digue. Mit ihren 10 km² ist sie eine der kleineren Inseln der Seychellen aber trotz allem sehr berühmt. Hier gibt es nämlich den Anse Source d’Argent.

Dieser Strand ist bekannt durch Fotoshootings und aus der Werbung. Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir die letzten Sachen, bezahlen die entstandenen Nebenkosten und werden dann zur Jetty gebracht wo um 11:45 das Schiff nach La Digue ablegt. Keine 15 Minuten später fahren wir auch schon in den kleinen Hafen von La Digue ein und man merkt sofort das hier ein anderer Wind weht. Am Hafen stehen fünf Taxen, die auf Touristen warten um sie zu den Unterkünften zu bringen. Diese Fünf sind neben einigen kleinen Lastern dann auch die einzigen motorisierten Fortbewegungsmittel denn auf La Digue heisst es Fahrrad fahren! Das wird sofort klar wenn man die Massen an Rädern sieht, die überall rumstehen oder liegen.

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Wir lassen uns von einem Taxi zu unserer Unterkunft bringen auch wenn man den Weg sicherlich hätte gehen können. Im Le Surmer ( http://www.lesurmerchalets.de/ ) werden wir mit einem kühlen Getränk empfangen und kurze Zeit später in unser Haus gebracht. Wir haben ein Doppelhaus mit gemeinsamer Küche, die wir aber nicht brauchen werden, da es jeden Morgen Frühstück gibt. Wir bestellen gleich ein paar Fahrräder für den nächsten Tag da wir dann die Insel erkunden wollen. Nachdem wir alles ausgepackt haben schauen wir uns erst mal um und gehen an den Strand. Dieser ist ein abgetrennter Bereich auf der anderen Strassenseite – auch wenn man nicht wirklich Strasse dazu sagen kann -.

 

Als es Zeit zu Kaffee wird gehe ich mit Elli los und wir suchen den Supermarkt in der Hoffnung dort Kekse oder ähnliches zu bekommen. In der hintersten Ecke entdecken wir eine kleine Glasvitrine aus der uns 2 Stücken Apfelkuchen anlachen. Wer hätte so was erwartet … Nach dem sehr leckeren Kuchen verbringen wir den Rest des Tages faulenzen. Da wir auf der Westseite der Insel sind begeben wir uns zum Sonnenuntergang mit einem Gin Tonic an den Strand. Ich stelle meine Kamera auf in der Hoffnung einige schöne Aufnahmen machen zu können. An diesem Abend sind leider sehr viele Wolken am Himmel – ja auch für mich können zu viele da sein – daher machen wir uns zeitig auf den Weg Richtung Jetty um uns ein Restaurant zu suchen. Es ist nicht viel los auf den Strassen und als wir zurück gehen bin ich froh die Stirnlampe dabei zu haben. Strassenlaternen stehen nur vereinzelt an manchen Ecken sonst ist es stock finster.

 

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück übernehmen wir unsere Fahrräder um zu dem bereits erwähnten Anse Source d’Argent zu fahren. Elli stellt mit Erschrecken fest, dass ihr Fahrrad nur eine Vorderradbremse hat. Also vorsichtig sein… Die Fahrräder an sich sind naja, wie soll ich sagen, nicht dem deutschen Standard entsprechend und vor allem die Sättel sind mehr als gewöhnungsbedürftig. Auf dem Weg zum Strand kommen wir an dem einzigen Hubschrauberlandeplatz vorbei wo durch Zufall gerade ein Rundflug gestartet wird. Danach geht es zum Eingang der Palmenplantage durch die man muss wenn man zu dem Strand möchte. Nachdem wir den Tageseintritt bezahlt haben fahren wir weiter und kommen an einigen Riesenschildkröten vorbei bis wir den Strand erreichen. Hier stehen jede Menge Fahrräder rum und ich befürchte schon, dass hier die Touristenhochburg der Insel ist.

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Wir gehen einige Minuten einen schmalen Pfad entlang und suchen uns dann eine gemütliche Stelle an der wir uns ausbreiten können. In der Nähe wird gerade eine Hochzeit vorbereitet und in der Tat sind hier sehr viele Touristen. Ich brauche eine geschätzte halbe Stunde bis ich endlich ein Bild von den berühmten Steinen ohne Menschen auf der Speicherkarte habe.

An dieser Stelle sei gesagt, dass der Source d’Argent zwar bekannt ist aber man hier nicht unbedingt den ganzen Tag verbringen sollte.

La Digue hat noch schönere und vor allem einsamere Strände zu bieten. Auf unserer Hinfahrt durch die Palmenplantage ist mir ein sehr schöner Friedhof aufgefallen und so packe ich dann am frühen Abend meine Fotoausrüstung zusammen und fahre noch mal rüber um eine Zeitrafffersequenz aufzunehmen. Als ich wieder zurück bin wird es auch schon Zeit für den obligatorischen Gin Tonic inklusive einem schönen Sonnenuntergang. Zum Essen gehen wir heute in das Zerof, das Rainer als die Empfehlung schlechthin recherchiert hat. In der Tat ist das Essen sehr lecker und da am nächsten Abend dort Buffet ist beschliessen wir dann erneut dort Gäste zu werden.

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Nach einem leckeren Frühstück am nächsten Tag tauscht Elli ihr Rad erst mal gegen eins mit Hinterradbremsen und dann machen wir uns auf den Weg zum Grande Anse im Osten der Insel. Die Strecke beträgt keine 5km aber schon nach kurzer Zeit sind wir alle gut am Schnaufen. Zum Einen ist da wieder diese drückende Hitze und zum Anderen ist der Weg zum Strand extrem Steil. Wir wurden zwar von der Besitzerin unserer Unterkunft gewarnt aber so steil haben wir uns es dann doch nicht vorgestellt. Während wir die Räder den Berg hochschieben kommen wir an einem sehr schönen Friedhof vorbei bis wir am „Gipfel“ ankommen. Uns ist die Erleichterung anzusehen und so schwingen wir uns wieder auf die Drahtesel und lassen uns gemütlich runter rollen. Daran, dass wir den Weg ja auch wieder zurück und somit hoch müssen denken wir in dem Moment nicht. Der Strand wird seinem Namen treu denn er ist wirklich Grande. Leider gibt es sehr bis gar keinen Schatten und wir sind dankbar über jede Wolke, die die brennende Sonne verdeckt. Wir gehen umher und machen wieder eine Menge Fotos. Ich stelle meine Kamera vor ein paar sehr imposanten Steinen auf und mache eine Zeitrafferaufnahme. Irgendwann wird es dann aber doch zu heiss und wir machen uns – anfangs wieder per pedes – auf dem Rückweg zur Lodge. Da wir auf Grund der Strömung am Grand Anse nicht schwimmen konnten geniesst Elli das Baden am hauseigenen Strand während ich lese und meine Fotos sichte. Als es langsam dunkel wird geniessen wir unseren Sundowner und machen uns wieder auf den Weg zum Zerof in dem es Heute kreolisches Buffet gibt. Das Essen ist echt lecker und für den Preis von 250SCR ( umgerechnet 15€ ) echt günstig aber wie immer viel zu viel.

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Endlich gibt es mal Käse zum Frühstück was hier eine Seltenheit zu sein scheint. Wir sitzen noch ein Weilchen in dem kleinen Essraum der Lodge und trinken unseren Kaffee. Der Plan für heute ist den Norden der Insel zu erkunden. Auf dem Weg dorthin halten wir in der Jetty und kaufen die Tickets für die morgige Überfahrt nach Mahé. Auf dem Weg zur Nordspitze kommen wir an einem Luxusresort vorbei wo die Nacht bei 360€ los geht. Als wir merken, dass wir den Norden erreicht haben drehen wir dann aber auch schon wieder um, um an dem Anse Serve noch ein wenig zu entspannen. Hier gibt es zum Glück auch genug schattige Plätze und wie bisher fast an jedem Strand ist kaum ein Mensch zu sehen. Manchmal frage ich mich wo denn die ganzen anderen Touristen sind oder ob die wirklich den ganzen Tag nur im Hotel sitzen. Mir soll´s recht sein aber ich sehe lieber was vom Land und den Leuten als dort die ganze Zeit zu verbringen. Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir dann mit Chillen, Baden und Lesen. Zum Essen gibt es heute frischen Fisch mit jeder Menge Beilagen in der Lodge. In einigen Foren wurde das Essen sehr hoch gelobt was wir aber nicht 100%ig bestätigen können. Es schmeckt lecker, keine Frage aber auch nicht so, dass wir dafür morden würden.

Morgen geht es dann nach Mahé und so geniesse ich den letzten Abend auf La Digue nach dem Koffer packen mit Lesen und dem ein oder anderen Bierchen. Mahé wird dann bestimmt wieder komplett anders, da es die grösste Insel der Seychellen ist und sehr viel mehr Zivilisation.

 

Ich bin gespannt…


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